Das Wichtigste in Kürze
- Continia Software hat die gbedv GmbH & Co. KG übernommen, den Hersteller von OPplus für den deutschsprachigen Markt.
- OPplus wird durch zwei Produkte abgelöst: Continia Banking und Continia Finance.
- Continia Banking bündelt den Zahlungsverkehr — die Funktionen aus OPplus und Dynamo Pay.
- Continia Finance übernimmt die übrigen OPplus-Module, darunter Verbände, Postenanzeige und -druck, Bilanz und Umsatzsteuer, OP-geführte Sachkonten und die erweiterte Anlagenbuchhaltung.
- Für OPplus gibt es einen veröffentlichten Zeitplan mit Verkaufsende und Supportende; die Termine unterscheiden sich zwischen Cloud und On-Premises und sollten direkt bei Continia geprüft werden.
- Der Wechsel ist kein Update, sondern eine Migration mit Einrichtung, Test und Schulung — er gehört geplant, nicht abgewartet.
Was passiert ist
Continia Software, im deutschen Markt vor allem für Dokumentenmanagement und Belegerfassung bekannt, hat die gbedv GmbH & Co. KG übernommen — den Hersteller von OPplus. Damit gehören zwei Produktfamilien zusammen, die vorher nebeneinander standen.
Statt OPplus unverändert weiterzuführen, hat Continia die Funktionen neu geschnitten und auf zwei cloud-native Produkte verteilt. OPplus und Dynamo Pay werden abgelöst; Continia Banking und Continia Finance treten an ihre Stelle.
Für Unternehmen, die OPplus im Einsatz haben, ist das keine Randnotiz. OPplus sitzt nicht am Rand der Finanzbuchhaltung, sondern mitten darin — beim Zahlungsverkehr, bei der Offene-Posten-Verwaltung und bei Auswertungen, die täglich gebraucht werden.
Was in welches Produkt wandert
Die Aufteilung folgt einer klaren Linie: alles, was mit Geldbewegung zu tun hat, geht in das eine Produkt, der Rest in das andere.
- Continia Banking: der gesamte Zahlungsverkehr aus OPplus und Dynamo Pay — Zahlläufe, Kontoauszüge, Zuordnung und Ausgleich
- Continia Finance: Verbände
- Continia Finance: Postenanzeige und Postendruck
- Continia Finance: Bilanz und Umsatzsteuer
- Continia Finance: OP-geführte Sachkonten
- Continia Finance: erweiterte Anlagenbuchhaltung
Warum das kein Update ist
Der wichtigste Punkt für die Planung: Sie tauschen nicht eine Version gegen eine neuere, sondern ein Produkt gegen zwei andere. Einrichtungen werden nicht einfach übernommen, Bezeichnungen und Abläufe unterscheiden sich, und die Aufteilung auf zwei Produkte bedeutet, dass Zuständigkeiten und Lizenzen neu zu klären sind.
Praktisch heißt das dasselbe wie bei jeder Migration in der Finanzbuchhaltung: Es braucht eine Testumgebung, einen Abgleich der Einrichtung, einen Probelauf mit echten Daten — insbesondere für Zahlläufe und Kontoauszugsverarbeitung — und Zeit für die Anwender. Eine Umstellung mitten im Monatsabschluss ist keine gute Idee.
Der zweite Punkt betrifft den Zeitpunkt. Für OPplus existiert ein veröffentlichter Lebenszyklus mit Verkaufsende, eingeschränktem Support und Supportende, und die Termine unterscheiden sich zwischen Cloud- und On-Premises-Betrieb. Weil eine Finanzbuchhaltung ohne funktionierenden Zahlungsverkehr nicht arbeitsfähig ist, sollten Sie diese Termine nicht aus zweiter Hand übernehmen: Prüfen Sie den aktuellen Zeitplan direkt bei Continia und planen Sie mit deutlichem Abstand davor.
Wie Sie den Wechsel angehen
Der Ablauf unterscheidet sich nicht grundsätzlich von anderen Migrationen, aber die Finanzbuchhaltung verzeiht weniger als andere Bereiche.
- Bestandsaufnahme: Welche OPplus-Module nutzen Sie tatsächlich, und wer arbeitet täglich damit?
- Zuordnung: Welche davon landen in Continia Banking, welche in Continia Finance — und was fehlt gegebenenfalls?
- Termine prüfen: aktueller Lebenszyklus bei Continia, passend zu Ihrem Betriebsmodell (Cloud oder On-Premises)
- Testumgebung aufsetzen und die Einrichtung übertragen, nicht neu erfinden
- Probelauf mit echten Daten, insbesondere Zahllauf und Kontoauszugsverarbeitung
- Anwender schulen und den Umstieg außerhalb des Abschlusses legen
Häufige Fragen
- Continia veröffentlicht dafür einen Lebenszyklus mit mehreren Stufen — Verkaufsende, eingeschränkter Support, Supportende —, und die Termine unterscheiden sich zwischen Cloud- und On-Premises-Betrieb. Weil in Sekundärquellen unterschiedliche Daten kursieren und an dieser Frage Ihr Zahlungsverkehr hängt, nennen wir hier bewusst kein Datum: Prüfen Sie den aktuellen Stand direkt bei Continia oder sprechen Sie uns an, dann klären wir es für Ihre konkrete Installation.
- Das hängt davon ab, was Sie heute nutzen. Wer OPplus im Wesentlichen für den Zahlungsverkehr einsetzt, landet vor allem bei Continia Banking. Wer zusätzlich Postenanzeige, Bilanz und Umsatzsteuer oder die erweiterte Anlagenbuchhaltung nutzt, braucht auch Continia Finance. Die Bestandsaufnahme der tatsächlich genutzten Module ist deshalb der erste Schritt — und häufig stellt sich dabei heraus, dass einzelne Module seit Jahren niemand mehr öffnet.
- Technisch läuft die Software auch danach zunächst weiter. Praktisch ist es die schlechteste Variante: Ohne Support gibt es keine Anpassungen an neue Business-Central-Releases, keine Korrekturen und keine Reaktion auf geänderte Anforderungen im Zahlungsverkehr oder in der Umsatzsteuer. Und die Migration wird dadurch nicht kleiner, nur dringender — mit weniger Spielraum für Tests.
- Meistens ja, und oft ist es sogar der günstigere Weg. Die Nachfolgeprodukte sind cloud-nativ, und wenn Sie ohnehin jede Anpassung und jede Erweiterung anfassen, ist der Zeitpunkt günstig, beides gemeinsam zu planen. Zwei getrennte Projekte hintereinander bedeuten zweimal Test, zweimal Schulung und zweimal Unruhe in der Buchhaltung.