Das Wichtigste in Kürze
- NAV 2015 ist am 14. Januar 2025 aus dem erweiterten Support gefallen, NAV 2016 am 14. April 2026.
- NAV 2017 endet am 11. Januar 2027, NAV 2018 am 11. Januar 2028 — das sind die letzten regulären Termine.
- Nach dem Support-Ende läuft das System weiter, erhält aber keine Sicherheitsupdates und keine Fehlerkorrekturen mehr.
- Der offizielle Nachfolgeweg ist Microsoft Dynamics 365 Business Central, wahlweise in der Cloud oder On-Premises.
Die Termine im Überblick
Microsoft arbeitet bei Dynamics NAV mit dem klassischen Lifecycle-Modell: fünf Jahre Mainstream-Support, danach fünf Jahre erweiterter Support mit Sicherheitsupdates, dann Schluss. Für die noch verbreiteten Versionen bedeutet das folgende Endtermine des erweiterten Supports:
- Dynamics NAV 2015 — 14. Januar 2025 (abgelaufen)
- Dynamics NAV 2016 — 14. April 2026 (abgelaufen)
- Dynamics NAV 2017 — 11. Januar 2027
- Dynamics NAV 2018 — 11. Januar 2028
- Ältere Stände wie NAV 2009 oder 2013 sind bereits seit Jahren ohne jeden Support
Was am Tag nach dem Stichtag passiert — und was nicht
Es passiert erst einmal nichts Sichtbares. Das System schaltet sich nicht ab, Lizenzen verfallen nicht, Ihre Daten bleiben, wo sie sind. Genau das ist die Falle: Weil nichts knallt, verschiebt sich das Thema leicht um ein weiteres Jahr.
Real ist trotzdem, was ab diesem Datum fehlt. Es gibt keine Sicherheitsupdates mehr — jede neu gefundene Schwachstelle in der eingesetzten Version bleibt offen. Es gibt keine Hotfixes für Fehler, auch nicht für solche, die Sie im Tagesgeschäft treffen. Und es gibt keinen Microsoft-Support-Kanal mehr, auf den sich Ihr Dienstleister im Ernstfall berufen könnte.
Dazu kommt die Umgebung: Neue Windows-Server- und SQL-Server-Versionen werden für ausgelaufene NAV-Stände nicht mehr freigegeben. Sie frieren damit nicht nur das ERP ein, sondern schrittweise den ganzen Unterbau. Spätestens wenn der Server erneuert werden muss, holt Sie das Thema ein.
Ihre Optionen — realistisch betrachtet
Der erste Weg ist ein Zwischen-Upgrade auf eine noch unterstützte NAV-Version. Das kauft Zeit — bis Januar 2028, wenn Sie auf NAV 2018 gehen. Technisch ist das machbar, wirtschaftlich lohnt es sich selten: Sie tragen den Aufwand eines Upgrades und stehen anschließend wieder vor derselben Entscheidung, nur mit weniger Vorlauf.
Der zweite Weg ist der Wechsel auf Microsoft Dynamics 365 Business Central. Das ist die direkte Nachfolgelösung — dieselbe Produktlinie, weiterentwickelt, mit aktivem Support und halbjährlichen Releases. Sie können in der Cloud betreiben oder On-Premises bleiben, wenn Anforderungen dagegen sprechen.
Der dritte Weg ist ein Systemwechsel zu einem anderen Hersteller. Der ist in aller Regel teurer und riskanter als der Umstieg innerhalb der Produktlinie, weil Prozesse, Berichte und Schnittstellen komplett neu aufgebaut werden müssen. Sinnvoll ist er dann, wenn NAV ohnehin nie richtig gepasst hat.
Wie viel Vorlauf Sie einplanen sollten
Ein NAV-Upgrade ist kein Wochenendprojekt. Der Aufwand hängt fast vollständig an einem Faktor: wie viel individuell angepasst wurde. Eine standardnahe Installation kann in wenigen Wochen umgestellt sein. Eine über fünfzehn Jahre gewachsene Installation mit tief eingegriffenem C/AL-Code, eigenen Reports und einem halben Dutzend Schnittstellen braucht Monate — davon einen erheblichen Teil für Analyse und Test, nicht für die Migration selbst.
Rechnen Sie deshalb rückwärts vom Stichtag und legen Sie den Start der Analyse mindestens sechs bis zwölf Monate davor. Das ist kein Verkaufsargument, sondern schlicht die Zeit, die es braucht, um Anpassungen zu bewerten, Daten testweise zu übernehmen und Key-User zu schulen, ohne das Tagesgeschäft lahmzulegen.
Häufige Fragen
- Ja. Ihre Lizenz erlischt nicht, und das System läuft technisch weiter. Sie verlieren aber Sicherheitsupdates, Fehlerkorrekturen und den Herstellersupport. Ob das tragbar ist, ist eine Risikoentscheidung — bei Systemen mit personenbezogenen Daten sollten Sie sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten treffen.
- Es ist die direkte Weiterentwicklung derselben Produktlinie: Navision wurde zu Dynamics NAV, daraus wurde Dynamics 365 Business Central. Datenmodell und Grundlogik sind verwandt, weshalb ein Umstieg deutlich einfacher ist als ein Herstellerwechsel. Oberfläche, Erweiterungsmodell (AL statt C/AL) und Betriebsmodell haben sich allerdings deutlich verändert.
- Seriös lässt sich das erst nach einer Analyse der Anpassungen sagen — die Bandbreite ist zu groß, um sie pauschal zu beziffern. Wir arbeiten deshalb zweistufig: erst eine Detailanalyse Ihrer Installation, dann ein verbindliches Festpreisangebot auf Basis des dokumentierten Umfangs.