Das Wichtigste in Kürze
- Ab Business Central v29 (Oktober 2026) werden SOAP-Webservices für Microsoft-Standard-UI-Seiten dauerhaft entfernt.
- Prüfen Sie über das Telemetrie-Signal RT0053 in Application Insights, welche SOAP-Endpunkte in Ihrer Umgebung noch aktiv sind.
- Migrieren Sie direkt auf Native Business Central APIs — nicht auf OData, das für Microsoft-Seiten ab v30 (2027) ebenfalls entfällt.
- Custom Pages aus eigenen Extensions funktionieren vorerst weiter, sollten aber ebenfalls zeitnah migriert werden.
- Die v29-Preview ist seit September 2026 verfügbar — testen Sie Ihre Integrationen jetzt in der Sandbox.
Was genau wird in v29 abgeschaltet?
Ab Version 29 wird die Veröffentlichung von Microsoft-eigenen UI-Seiten als SOAP-Endpunkte dauerhaft entfernt. Der Feature-Key, mit dem Administratoren SOAP für diese Seiten bislang wieder aktivieren konnten, wird ebenfalls entfernt.
Konkret bedeutet das: Jede bestehende Integration, die über einen SOAP-Endpunkt auf eine Microsoft-Standard-Seite zugreift — zum Beispiel die Debitorenliste, die Artikelübersicht oder die Verkaufsauftragskarte — funktioniert nach dem Upgrade auf v29 nicht mehr.
Wichtig: Betroffen sind nur Microsoft-eigene UI-Seiten. Custom Pages aus eigenen Extensions, die als SOAP-Webservices veröffentlicht sind, funktionieren technisch vorerst weiter. Microsoft empfiehlt aber auch hier die Migration, da OData für Microsoft-Seiten ab Version 30 (2027) ebenfalls eingestellt wird.
Wie prüfen Sie, ob Ihre Umgebung betroffen ist?
Wenn Sie Application Insights für Ihre Business-Central-Umgebung eingerichtet haben, können Sie über das Telemetrie-Signal RT0053 prüfen, welche veralteten SOAP-Endpunkte noch aktiv genutzt werden. Dieses Signal protokolliert jeden Aufruf einer als SOAP veröffentlichten Microsoft-UI-Seite.
Ohne Application Insights empfehlen wir folgende Prüfschritte: Öffnen Sie in Business Central die Seite 'Webservices' und filtern Sie nach dem Protokoll SOAP. Notieren Sie alle Einträge, die auf Microsoft-Standardobjekte verweisen (erkennbar am Objekttyp 'Page' mit Objekt-IDs im Microsoft-Bereich). Gleichen Sie diese Liste mit Ihren aktiven Integrationen ab — EDI, Banking, BI-Reporting, Middleware.
Der richtige Migrationspfad: Native APIs statt OData
Ein verbreiteter Irrtum ist, SOAP-Endpunkte einfach durch OData-Endpunkte zu ersetzen. Das funktioniert kurzfristig, ist aber keine nachhaltige Lösung: Microsoft stellt auch die Veröffentlichung von Microsoft-Standard-UI-Seiten über OData ab Version 30 (voraussichtlich 2027) ein.
Der empfohlene Migrationspfad führt direkt zu den nativen Business Central APIs — sogenannte API-Seiten und API-Abfragen. Diese sind speziell für maschinelle Kommunikation entwickelt, versioniert und bieten deutlich bessere Performance und Stabilität als UI-Seiten.
Für Integrationen, die bisher Codeunits als SOAP-Services nutzen, gibt es als Pendant die OData Unbound Actions. Diese ermöglichen die Ausführung von Codeunit-Logik über OData-Endpunkte.
Zeitplan: Was wann entfällt
Der Zeitplan in der Übersicht: SOAP für Microsoft-UI-Seiten wird in Version 29 (Oktober 2026) entfernt — das ist der aktuelle, unmittelbar bevorstehende Schritt. OData für Microsoft-UI-Seiten wird in Version 30 (voraussichtlich 2027) entfernt. Native Business Central APIs bleiben der langfristig empfohlene und unterstützte Weg.
Die Botschaft ist klar: Wer jetzt auf Native APIs migriert, muss den Umstieg nur einmal machen. Wer als Zwischenschritt auf OData wechselt, steht in einem Jahr erneut vor einer Migration.
Was jetzt konkret zu tun ist
Erstens: Bestandsaufnahme. Identifizieren Sie alle Integrationen, die SOAP-Webservices auf Microsoft-Standard-Seiten nutzen. Nutzen Sie dafür das RT0053-Telemetriesignal oder die manuelle Prüfung über die Webservices-Seite.
Zweitens: Priorisieren. Nicht alle Integrationen haben die gleiche Kritikalität. EDI-Anbindungen und Bankschnittstellen, die den täglichen Betrieb tragen, müssen vor dem Oktober-Update migriert sein. Reporting-Anbindungen können möglicherweise kurzfristig auf OData umgestellt und in einem zweiten Schritt auf Native APIs gebracht werden.
Drittens: Sandbox testen. Die v29-Preview ist seit September 2026 verfügbar. Erstellen Sie eine Sandbox mit der Preview-Version und testen Sie, welche Ihrer Integrationen nach dem Upgrade noch funktionieren — und welche nicht.
Viertens: Migration planen. Für die Umstellung auf Native APIs brauchen Sie in der Regel Entwicklungsaufwand — sei es auf Seite des Integrators, auf Seite des Schnittstellenanbieters oder in der eigenen AL-Entwicklung. Planen Sie diesen Aufwand jetzt ein, nicht erst nach dem Update.
Häufige Fragen
- Wenn Ihre Integrationen SOAP-Endpunkte auf Microsoft-Standard-UI-Seiten nutzen, funktionieren diese nach dem Update auf Version 29 nicht mehr. Custom Pages aus eigenen Extensions funktionieren vorerst weiter, sollten aber ebenfalls migriert werden.
- Als kurzfristige Maßnahme ja, aber OData für Microsoft-UI-Seiten wird voraussichtlich in Version 30 (2027) ebenfalls abgeschaltet. Der nachhaltige Weg führt direkt zu den nativen Business Central APIs.
- Über das Telemetrie-Signal RT0053 in Application Insights oder durch manuelle Prüfung der Seite 'Webservices' in Business Central. Filtern Sie nach SOAP-Einträgen, die auf Microsoft-Standardobjekte verweisen.
- In Version 29 technisch noch nicht — die Entfernung betrifft nur Microsoft-eigene UI-Seiten. Microsoft empfiehlt aber, auch eigene Extensions zeitnah auf API-Seiten umzustellen, um auf zukünftige Änderungen vorbereitet zu sein.
- Das hängt von der Komplexität ab. Einfache Lesezugriffe lassen sich oft in wenigen Tagen umstellen. Komplexe bidirektionale Integrationen mit Custom-Logik benötigen mehrere Wochen Entwicklungszeit. Wir empfehlen eine frühzeitige Bestandsaufnahme, um den Aufwand realistisch einschätzen zu können.