Das Wichtigste in Kürze
- Comsol Multiship wickelt Versandvorgänge mehrerer Paketdienstleister und Speditionen parallel ab — ohne Schnittstellen zur jeweiligen Carrier-Software.
- Die Lösung ist auf Basis der Business-Central-Technologie gebaut und liegt damit im ERP statt daneben.
- Unterstützt werden unter anderem DHL, GLS, UPS, FedEx, Deutsche Post, Schweizerische Post, DB Schenker und Kühne + Nagel.
- Nach Herstellerangaben über 500 Installationen und mehr als 65.000 Sendungen pro Tag.
- Verfügbar für Business Central On-Premises und über AppSource auch für Business Central Cloud.
Der Medienbruch kostet mehr als er aussieht
Eine Versandsoftware neben dem ERP ist selten als Entscheidung entstanden. Sie kam mit dem ersten Dienstleister ins Haus, und als der zweite dazukam, kam dessen Software gleich mit. Beide funktionieren für sich genommen ordentlich — der Preis wird an anderer Stelle gezahlt.
Er zeigt sich in doppelter Erfassung und den Tippfehlern, die dabei entstehen; in Sendungsnummern, die nicht am Auftrag hängen, sodass eine Rückfrage zur Suche wird; in Versandkosten, die nicht sauber auf den Beleg zurückfallen; und in dem Umstand, dass niemand ohne Zusammenkopieren sagen kann, wie sich die Sendungen auf die Dienstleister verteilt haben.
Der Ansatz von Multiship ist, den Versandprozess dorthin zu holen, wo der Auftrag ohnehin liegt: in Business Central. Die Carrier werden aus dem ERP heraus bedient, statt dass das ERP Daten an separate Programme abgibt.
Was multicarrier-fähig praktisch bedeutet
Entscheidend ist das Wort parallel. Es geht nicht darum, einen Dienstleister gegen einen anderen zu tauschen, sondern darum, mehrere gleichzeitig zu bedienen — Paketdienste für die Kleinsendungen, Speditionen für die Paletten, ein Sonderdienstleister für die Auslandssendungen.
Für die Anwenderin im Lager bedeutet das eine Oberfläche und einen Ablauf, unabhängig davon, wer die Sendung transportiert. Die Unterschiede zwischen den Carriern — Labelformate, Datenanforderungen, Übergabelisten — liegen in der Einrichtung, nicht im täglichen Handgriff.
Für die Auswertung bedeutet es, dass alle Sendungen in denselben Tabellen liegen. Fragen nach Versandkosten je Kunde, nach dem Anteil eines Dienstleisters oder nach Sendungen ohne Zustellnachweis lassen sich damit im ERP beantworten statt in drei Portalen.
- Ein Versandprozess für alle angebundenen Dienstleister
- Labels und Versandpapiere aus Business Central heraus
- Sendungsnummern und Tracking am Beleg statt im Portal
- Versandkosten und Mengen im ERP auswertbar
- Modularer Aufbau — Dienstleister lassen sich ergänzen
Wann sich der Wechsel lohnt — und wann nicht
Der Nutzen wächst mit zwei Größen: der Zahl der Sendungen und der Zahl der Dienstleister. Ein Unternehmen mit einem einzigen Paketdienst und zwanzig Sendungen am Tag wird den Unterschied kaum spüren. Ab mehreren Dienstleistern, Speditionsware neben Paketen oder einem Volumen, bei dem im Lager jemand nur für den Versand steht, ändert sich das deutlich.
Ein zweiter, oft übersehener Auslöser ist der Wechsel in die Cloud. Wer Business Central Online betreibt, kann keine beliebige Versandsoftware mehr direkt an die Datenbank hängen. Dann wird die Frage, wie der Versand sauber angebunden ist, ohnehin neu gestellt — und lässt sich gleich mit beantworten.
Umgekehrt gilt: Wenn ein einzelner Dienstleister vorgeschrieben ist, dessen Software Sie ohnehin bedienen müssen, und die Sendungsmenge klein bleibt, ist der Aufwand einer Umstellung schwer zu rechtfertigen.
Häufige Fragen
- Für die angebundenen Dienstleister nicht. Genau das ist der Ansatz: Die Versandvorgänge laufen aus Business Central heraus, ohne Schnittstelle zur jeweiligen Carrier-Software. Ob wirklich jeder Ihrer Dienstleister abgedeckt ist, gehört in die Prüfung vor der Entscheidung — die Liste der unterstützten Anbieter ist lang, aber nicht unendlich.
- Ja. Die Lösung ist ursprünglich im On-Premises-Umfeld groß geworden und steht inzwischen über AppSource auch für Business Central Cloud zur Verfügung. Welche Variante zu Ihnen passt, hängt weniger vom Versand ab als von Ihrer sonstigen Betriebsentscheidung.
- Ja, das ist der eigentliche Zweck. Paketsendungen und Speditionsware werden im selben Prozess abgewickelt, mit den jeweils passenden Papieren und Datenanforderungen. Die Unterschiede stecken in der Einrichtung, nicht im täglichen Ablauf.
- Weil Sendungsnummern am Beleg hängen, lassen sich Zustellinformationen dort zusammenführen, wo der Vorgang liegt — statt in einem Portal gesucht zu werden. Welche Rückmeldungen ein bestimmter Dienstleister liefert, unterscheidet sich allerdings von Carrier zu Carrier und sollte im Auswahlgespräch geklärt werden.